• Populismus: Politische Ökonomie und Repräsentationsprinzip

    Der Buchtitel dieses neuen Sammelbands trifft die aktuelle Lage: Der populistische Planet . Populismus scheint heute global und endemisch, von den USA bis nach Indien. Acht GesprächspartnerInnen aus vier Kontinenten versuchen, sich brieflich darüber zu verständigen. Dabei wird schnell klar: Im Westen mag der Populismus erst in jüngster Zeit – oder erst seit neustem wieder…

  • Von allerlei Besetzungen zur Konkordanz

    Ein Rückblick auf die wilden Zeiten der Neuen Linken nach 68. Und eine Auseinandersetzung mit weiterhin aktuellen Fragen. Die posthum veröffentlichten Aufzeichnungen von Daniel Vischer bieten zuweilen nostalgische Unterhaltung, zumeist klare und deutliche politische Analysen. Er war einer der profiliertesten linksalternativen Politiker. Parteisekretär und Zürcher Kantonsrat der Progressiven Organisationen der Schweiz (Poch), als diese die…

  • Cengiz Aktar: Die Türkische Malaise. Ein Kritischer Essay

    Cengiz Aktar, ein türkischer Politikwissenschaftler, Journalist, Schriftsteller und öffentlicher Intellektueller, hat neulich das Buch „Die Türkische Malaise. Ein Kritischer Essay“ beim Kolchis Verlag veröffentlicht (125 Seiten). Cengiz Aktar setzt sich seit Jahrzenten mit dem Thema des Verhältnisses zwischen der Türkei und Europa auseinander und hat sich stets für die Anerkennung des armenischen Genozids in der…

  • Zur sozialen Frage heute (6): Wenn Solidarität die Antwort ist – was war gleich noch die Soziale Frage?

    Die sogenannte Soziale Frage entstand als Folge der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der spannungs- und konfliktreiche Übergang von der Agrar- zur Fabrikarbeitsgesellschaft führte rasch zu sozialen Verwerfungen innerhalb des Kapitalismus und markierte gleichzeitig den Ausgangspunkt Sozialer Bewegungen sowie der Sozialen Arbeit. Das Departement Soziale Arbeit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) lenkt…

  • Zur Sozialen Frage heute (5): Prekarisierung in der Schweiz – Die Reaktualisierung der Sozialen Frage

    Die sogenannte Soziale Frage entstand als Folge der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der spannungs- und konfliktreiche Übergang von der Agrar- zur Fabrikarbeitsgesellschaft führte rasch zu sozialen Verwerfungen innerhalb des Kapitalismus und markierte gleichzeitig den Ausgangspunkt Sozialer Bewegungen sowie der Sozialen Arbeit. Das Departement Soziale Arbeit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) lenkt…

  • Die Corona-Pandemie und die Multiple Krise des Kapitalismus. Andreas Malm, Klimax.

    Die Covid-19-/Corona-Pandemie hat auch in der Linken zu einer zunehmend unüberschaubar gewordenen Zahl von Veröffentlichungen Anlass gegeben: von Kommentaren über Artikel und Artikelreihen in Zeitungen und Zeitschriften bis hin zu Sammelbänden und Monographien und Podcasts. Die inhaltliche Ausrichtung variiert, wenig überraschend, stark, von medizinischen und gesundheitspolitischen Beobachtungen, von gesellschaftspolitischen wie kapitalismuskritischen Analysen bis hin zu…

  • Zur Sozialen Frage heute (4): Die Soziale Frage als Ausdruck individuellen Leidens in der Gesellschaft

    Die sogenannte Soziale Frage entstand als Folge der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der spannungs- und konfliktreiche Übergang von der Agrar- zur Fabrikarbeitsgesellschaft führte rasch zu sozialen Verwerfungen innerhalb des Kapitalismus und markierte gleichzeitig den Ausgangspunkt Sozialer Bewegungen sowie der Sozialen Arbeit. Das Departement Soziale Arbeit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) lenkt…

  • Stephan Lessenich: «Grenzen der Demokratie. Teilhabe als Verteilungsproblem»

    In seinem Essay «Grenzen der Demokratie» geht Stephan Lessenich, Professor für Soziologie an der Universität München, von einem umfassenden Demokratieverständnis aus. Demokratien sind mehr als Regierungssysteme und kennen, neben bürgerlichen und politischen, auch soziale und industrielle Rechte. Lessenichs zweiter Ausgangspunkt sind Klassen- und Schliessungstheorien, wobei er Öffnungen und Schliessungen als dialektisch verbunden sieht (16-43). Moderne,…

  • Zur Sozialen Frage heute (3): Vom Schein persönlicher Unabhängigkeit bei sachlicher Abhängigkeit

    Die sogenannte Soziale Frage entstand als Folge der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der spannungs- und konfliktreiche Übergang von der Agrar- zur Fabrikarbeitsgesellschaft führte rasch zu sozialen Verwerfungen innerhalb des Kapitalismus und markierte gleichzeitig den Ausgangspunkt Sozialer Bewegungen sowie der Sozialen Arbeit. Das Departement Soziale Arbeit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) lenkt…

  • Zur Sozialen Frage heute (1): Die Soziale Frage und ihre Mechanismen: Spurensuche, Bestimmung und Herausforderungen

    Die sogenannte Soziale Frage entstand als Folge der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der spannungs- und konfliktreiche Übergang von der Agrar- zur Fabrikarbeitsgesellschaft führte rasch zu sozialen Verwerfungen innerhalb des Kapitalismus und markierte gleichzeitig den Ausgangspunkt Sozialer Bewegungen sowie der Sozialen Arbeit. Das Departement Soziale Arbeit der Ostschweizer Fachhochschule (OST) lenkt…

  • Arvi Särkelä: Immanente Kritik und soziales Leben. Selbsttransformative Praxis nach Hegel und Dewey

    In seinem bekannten Aufsatz Traditionelle und kritische Theorie (1937) legt Max Horkheimer gerade an der Stelle, wo er die kritische Theorie im Gegensatz zur traditionellen einführt, die These vor, dass die theoretische Tätigkeit sich selbst undurchsichtig bleiben muss, solange sie nicht auf ihre eigene gesellschaftliche Emanzipation hinarbeitet, sondern bloße Funktion der Reproduktion des Bestehenden bleibt:…

  • Der späte Althusser und die Philosophie. Anmerkungen zu einem Interview Althussers mit Fernanda Navarro

    In einem Nachruf unter dem Titel Abschied von Louis Althusser von 1990 hat Frieder O. Wolf auf ein 1988 in Mexiko unter dem Titel ›Marxismus und Philosophie‹ (im Original: Filosofía y Marxismo) erschienenes Buch hingewiesen, das auf einem Interview Althussers mit der mexikanischen Philosophin Fernanda Navarro von 1984 beruhte, und endete mit dem Hinweis: „Hier…

  • Versuch über Maradona by Kusturica

    Fast vergessen ist dieser seltsame Film, den der ebenso gefeierte wie umstrittene Emir Kusturica vom und mit dem ebenso umstrittenen wie gefeierten Diego Armando Maradona gemacht hat. Eine Erinnerung anlässlich des Todes von Maradona Ende Jahr 2020. Und also machte sich 2012 der berühmte Regisseur Emir Kusturica, das serbische Naturtalent und damaliger Liebling der Kritiker:innen,…

  • Immobilienspekulation und Kolonialismus

    D er unermüdliche postkoloniale Aktivist Hans Fässler hat kürzlich eine E-Mail verschickt, in der er berichtet, dass seine Familie in Corono-Zeiten wieder einmal ein «Monopoly»-Spiel hervorgeholt habe. Dabei sei er mit seiner Spielfigur auf Neuenburg gelandet, und als er den dortigen Grundbesitz erwerben wollte, habe es da doch tatsächlich geheissen: Place Pury. Nun hat Fässler…

  • Bildungsferne als Enge und Horizont: Einleitung zum Buch Bildungsferne von Roland Reichenbach

    „Das Leben des Eros entzündet sich an der Ferne“ (Walter Benjamin, Nähe und Ferne, GS Bd.6, 83) I Es gibt kaum ein gesellschaftliches Problem, bei dem heute keine Korrelation zu mangelnder Bildung hergestellt wird. Bildung als wichtigste Ressource und die Forderung nach mehr Bildung gehören zu jenen Allgemeinplätzen öffentlicher Diskurse, die keiner näheren Begründung bedürfen.…

  • Freie Rhythmen und gesunder Menschenverstand

    Streiflichter auf die «Neue Schweizer Rundschau» und die «neutralität». Friedrich Hölderlin und Walter Benjamin: Diese beiden Namen tauchten in der «Neuen Schweizer Rundschau» (NSR) um 1930 auf. Die NSR war eine Monatszeitschrift mit bemerkenswert breitem Horizont Die Nummer vom Juli 1931 beginnt kulturbeflissen genug, mit einem Beitrag über «chinesische Heiterkeit» und einem Auszug aus André…

  • Lichtstrahlen und vegetarische Küche

    Eine Zeitschrift des linken Sozialdemokraten Julian Borchardt «Lichtstrahlen» – unter diesem jugendstilhaft verheissungsvollen Titel wollte eine politische Wochenzeitschrift ab 1913 in die Höhe, in die Zukunft führen, wobei der Untertitel ein «Bildungsorgan für denkende Arbeiter» ankündigte. Wer da so emphatisch zu bilden versuchte, war Julian Borchardt. Borchardt (1868–1932) arbeitete nach einer kaufmännischen Ausbildung in Bromberg…

  • Harry in Düsseldorf

    Kurze Reise auf Heines Spuren Sein Deutschland. Ein Wintermärchen hatte Heine gegenüber seinem treuen Verleger Julius Campe als «humoristisches Reiseepos» angekündigt Die 1844 im Pariser Exil geschriebenen zahlreichen Vierzeiler in 27 Caput seien «ein ganz neues Genre, versifizierte Reisebilder und werden eine höhere Politik atmen als die bekannten politischen Stänkerreime». Gegen deren plakative Diktion war…

  • Vom proletarischen Jugendwohnheim zum Szenelokal

    Das Zürcher Café Boy und die Bieler Genossenschaft St. Gervais Die Genossenschaften und Institutionen der ArbeiterInnenbewegung kommen in die Jahre und schreiben ihre Geschichten. 2010 konnte die Stiftung Volkshaus Zürich ihr hundertjähriges Jubiläum mit einem opulenten Band feiern, kürzlich erschien ein ebenso gediegenes Buch zum Zürcher Cafe Boy. Nicht ganz so aufwendig aber ebenfalls aufschlussreich…

  • Bahnwärter Michel und Schneider Glaus

    Der historische Kampf gegen den Lohnabbau «Der karge Arbeitslohn ist abgebaut» – die sechste Zeile der ersten Strophe dieser mehrstrophigen Politballade ist unterstrichen. Schliesslich ist sie vom «Aktionskomitee gegen den Lohnabbau» herausgegeben worden, und entsprechend wird zum Schluss ein kräftiges Nein bei der Eidgenössischen Volksabstimmung von Mai 1933 gefordert. Die zehnseitige Broschüre ist, natürlich, in…