Mascha Madörin

  • Deutschland gewinnt vorläufig – der IWF weicht zurück

    Die Resultate der aktuellen Verhandlungsrunde zwischen der Eurogruppe und dem IWF bedeuten vor allem: eine kleine Verschnaufpause für alle Beteiligten bis im Herbst und insbesondere für die deutsche Regierung eine Verschnaufpause bis 2018. Es gibt in deutscher Sprache drei Artikel, die die Resultate der aktuellen Verhandlungen (s. Blogbeitrag vom 21. Mai 2016: ) gut zusammenfassen:…

  • Elefantenkämpfe um Griechenland – und eine kleine Chance?

    Kürzlich erinnerte Yanis Varoufakis in einem seiner zahlreichen Interviews an das Sprichwort «Wenn Elefanten kämpfen, dann leidet das Gras». Damit meinte er, dass Griechenland keine Chance auf eine faire und vernünftige Lösung seiner Schulden- und Wirtschaftskrisen habe, da gegenwärtig zwei Kämpfe um wirtschaftspolitische Konzepte in Euroland stattfinden: erstens zwischen Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds IWF…

  • DiEM25 – die Kontroversen haben begonnen

    Bis Dienstag, den 23. Februar, haben sich über 15’000 Menschen als Mitglieder der neuen Bewegung «Demokratie in Europa» gemeldet. Grundlage der Mitgliedschaft ist das Manifest für eine Demokratisierung Europas ( ). Das Manifest ist in neun Sprachen aufgeschaltet, darunter auf Spanisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch und Polnisch, seltsamerweise nicht auf Italienisch. Es lohnt sich, das Video…

  • Varoufakis und die sozialen Bewegungen

    Am kommenden Dienstag, den 9. Februar wird die Bewegung «DiEM25» (Democracy in Europe – Movement 2025) in der Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz gegründet. Die Website ist eingerichtet ( ), das Manifest ist beim Schreiben dieses Blogs (5. Februar) erst auf Englisch aufgeschaltet, auch bei Mediapart nachlesbar: . Weitere Übersetzungen werden hoffentlich bald auf der offiziellen…

  • Die Eurogruppe bleibt hart – wie bisher

    Von der Flüchtlingskrise überschattet, wird Griechenland durch die jüngsten Sparmassnahmen weiter stranguliert. Gleichzeitig wirbt Yanis Varoufakis für eine Demokratisierung der Euro-Institutionen. *** Das griechische Parlament hat am 6. November wiederum einer Reihe von Gesetzen zugestimmt, um weitere Teilzahlungen der vereinbarten 86 Milliarden Euro zu erhalten, die innerhalb von drei Jahren in kleinen Tranchen nach Erfüllung…

  • Eurokontroverse: «Links von» mit Plan A und Plan B

    Den Ausdruck «links von» («gauche de») entnehme ich dem Blog von Jacques Sapir ( www.russeurope.hypotheses.org ). Die Erfahrungen von Syriza mit den Institutionen der Eurozone und mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) haben zu einer intensiven Kontroverse innerhalb der Linken links von den etablierten Sozialdemokratien Europas geführt. Es gibt zwar auch bei SozialdemokratInnen und sogar innerhalb…

  • Ein absurdes Machtspiel zwischen IWF und den europäischen Institutionen auf Kosten von Griechenland

    Am Samstag, dem 29. August interviewte «Le Temps» aus Genf Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und stellte ihr ein paar Fragen zu Griechenland. Der IWF hat seine finanzielle Beteiligung am dritten «Rettungspaket» für Griechenland an die Bedingung geknüpft, dass die Schuldenlast Griechenlands substantiell reduziert werde. Im Interview korrigiert Lagarde das Wort «réduction»…

  • Warum einige Euroländer von der Krise profitieren

    Die Stabilitäts- und Konvergenzkriterien für die Eurozone, wie sie im Vertrag von Maastricht festgehalten sind, haben zu einer wachsenden Ungleichheit zwischen den Euroländern geführt. Dies ist jedenfalls die Sicht keynesianischer TheoretikerInnen. Eine gute Zusammenfassung solcher Analysen finden sich in einer Besprechung des Buchs von Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas «Nur Deutschland kann den Euro retten»,…

  • Etwas ist faul im Euroland

    Soll der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis des Hochverrats angeklagt werden? Das fordern einige konservative politische Opponenten in Griechenland, und der Vorstoss ist von einigen europäischen Medien begierig aufgegriffen worden. Hintergrund ist die Behauptung, Varoufakis habe noch während der Verhandlungen mit den Institutionen heimlich einen Grexit (Austritt Griechenlands aus der Eurozone) vorbereitet. Varoufakis dementierte postwendend,…

  • Vier Fragen für die Zukunft

    Zuerst zwei Nachträge zum Blog vom 21. Juli: Niederlage und Grexit Daniel Murevar, ein postkeynesianischer kolumbianischer Ökonom mit Beratungsfunktionen in verschiedenen Finanzministerien, 30 Jahre jung, hat ein interessantes Interview zu den Verhandlungen von Syriza mit der EWU gegeben. Er studierte an der Universität in Texas, an der James K. Galbraith und Yanis Varoufakis unterrichten, und…

  • Jüngstes Gericht für Griechenland

    «Jüngstes Gericht für Griechenland», so titelte der «Guardian» am 11. Juli. Und leider ist dies nicht übertrieben. In der Eurogruppe gibt es eine starke Lobby für den Grexit (der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, baltische Staaten, Slowenien und Finnland). Es scheint allerdings, dass ein Grexit für den Gipfel der Eurostaatschefs nicht auf der Agenda steht. Aber…

  • Wie man mit einer schweren Niederlage umgeht

    Alexis Tsipras und sein neuer Finanzminister Efklidis Tsakalotos haben in Fernsehsendungen und vor dem Parlament beide von einer Niederlage geredet, von Kapitulation. In Griechenland geniesst Syriza trotz dieser furchtbaren Kehrtwende zwischen dem Abstimmungs-Nein zum Eurozonen-Diktat und dem Regierungs- und Parlaments-Ja zu einem ebensolchen, schlimmeren Diktat immer noch eine grosse Zustimmung, mehr als bei den Wahlen…